Zwölf Tipps gegen Heißhunger

By 3. März 2017Einfach gut
Tipps gegen Heißhunger

Heißhunger kann viele Ursachen haben, daher gibt es auch unterschiedliche Methoden mit dem Thema umzugehen.

Zuallererst sollte man jedoch unterschieden, ob es sich tatsächlich um Heißhunger handelt, oder ob man einfach nur gerade mal Appetit auf etwas Bestimmtes hat, weil einem etwas fehlt. Deswegen starten wir direkt mal mit meinem Lieblingsthema Schokolade!

1. Hat man Lust auf Schokolade zeugt das nicht nur von gutem Geschmack, sondern kann durchaus ein Zeichen für Magnesiummangel sein. Tauchen parallel zu den Gelüsten auch öfter mal Wadenkrämpfe, Zuckungen am Augenlid oder ähnliches auf, oder hat man gerade extrem viel Stress, könnte es sein, dass es dem Körper an diesem Mineralstoff fehlt. In Kakaobohnen ist ein hoher Anteil an Magnesium vorhanden. Deshalb könnte man sich durchaus mit Schoki Abhilfe schaffen. Allerdings ist bei der Auswahl der Schokolade darauf zu achten, dass sie keinen Industriezucker enthält. Denn dieser erzeugt bei der Verstoffwechslung im Körper Säuren, die durch Vitamine und Mineralstoffe unschädlich gemacht werden müssen und demnach steht man fast „leerer“ als vorher da. Ideal sind deswegen zum Beispiel sehr dunkle Schokolade, Rohschokolade oder Kakaonibs, also Kakaobohnenbruch, den es inzwischen in gut sortierten Geschäften und im Internet zu kaufen gibt. Oder man macht sich einen Kakao aus Mandelmilch, Kakaopulver und süßt mit einer pürierten Dattel.

2. Auch Schüsslersalze helfen bei ständigen Gelüsten auf süße Schoki in Verbindung mit Magnesiummangel. Besonders beliebt ist hier die „Heiße Sieben“. Dafür verrührt man zehn Tabletten des Schüsslersalzes Nr. 7, also das magnesium phosphoricum in 200ml gekochtem, etwas heruntergekühlten Wasser an und trinkt es dann langsam und in kleinen Schlucken. Bitte achtet darauf, die Flüssigkeit nicht mit einem Metallöffel umzurühren und die Flüssigkeit vor dem herunterschlucken etwas im Mund zu behalten.

3. Ein weiterer Grund für permanenten Heißhunger auf Süßes und Fastfood können Pilze im Körper sein. Diese entstehen durch jahrelange ungesunde Eß- und Lebensgewohnheiten. Pilze und Parasiten LIEBEN Zucker und produzieren im Darm Fäulnis und Gase fröhlich vor sich hin. Deshalb verlangen sie auch ständig danach und man is(s)t wie fremdgesteuert. Hier hilft zum Beispiel eine Darmsanierung in Kombination mit einem kompletten „Zuckerentzug“ über mehrere Monate, bis die Mitbewohner sich eine andere Unterkunft gesucht haben. Antibiotika sind zwar eine vermeintlich schnellere „Lösung“, verändern aber das Darmmilieu nicht und früher oder später hat man die unliebsamen Wesen wieder bei sich herumlungern. Im Übrigen ist es durchaus ratsam, auch den emotionalen Aspekt zu hinterfragen. Insbesondere Menschen, die sich gerne mal ausnutzen lassen und sich nicht trauen, ihren eigenen Standpunkt zu vertreten, neigen zu einem solchen Eßverhalten und damit auch zu Parasitenbefall. Das klingt erstmal schlimm, ist aber alles lösbar.

4. Was Pilze ebenfalls hassen, ist Apfelessig. Ein altes Hausmittel, welches nebenbei ebenfalls den Stoffwechsel ankurbelt und den Appetit auf Ungesundes zügelt, weil er den Blutzuckerspiegel reguliert. Jeweils morgens nach dem Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen 2 TL naturtrüben Apfelessig (nur dieser enthält wertvolle Mineralstoffe) in 200ml lauwarmem Wasser trinken.

5. Mandeln gehören zu den Superfoods und sind ein wahres Wundermittel, wenn es um Heißhunger geht. Sie sind nicht nur reich an Magnesium, sie liefern auch Futter für unsere guten Darmbakterien. Das heißt, wer seine Darmflora, also die Bakterien im Darm, die dafür sorgen, dass es uns gut geht und dass unsere Nahrung perfekt verwertet wird, gedeihen lassen möchte, versorgt sie mit sogeannten Prebiotika. Außerdem regulieren Mandeln den Blutzuckerspiegel, können Insulinresistenzen abbauen, und helfen, trotz relativ hoher Kalorienwerte beim Abnehmen, wenn man nicht mehr als 60g über den Tag verteilt zu sich nimmt. Ebenso effektiv sind Erdmandeln. Hierzulande leider nicht ganz so bekannt, obwohl sie ihren Ursprung ebenfalls in Spanien haben. Oft findet man sie leider nur gemahlen. Ich empfehle auch einmal die Ganzen in Rohkostqualität auszuprobieren. Sehr lecker!

6. Bitterstoffe erziehen das Gehirn um. Das klingt erst einmal absurd, ist aber bei genauerer Betrachtung sehr sinnvoll. Leider wurden von der Lebensmittelindustrie inzwischen nahezu alles zu herangezüchtet, dass im Vergleich zu früher kaum mehr Bitterstoffe vorhanden sind. Dabei liefern sie nicht nur wertvolle Mineral- und sekundäre Pflanzenstoffe, sie regen auch die Verdauungssäfte an. Einfach mal ausprobieren. Grundsätzlich sollte man sowieso soviele Kräuter in seine Mahlzeiten integrieren. Aber sobald die Lust auf Süßes aufkommt, einfach 5-10 Tropfen auf der Zunge zergehen lassen. Nach ein paar Tagen hat man sich wunderbar daran gewöhnt. Es gibt diese sog. Bittertropfen in gut sortieren Bioläden, im Reformhaus oder in der Apotheke mit und ohne Alkohol.

7. Auch Stress kann für Heißhunger verantwortlich sein. Dieses Bedürfnis nach Süßen in Stresssituationen kommt aus der Urzeit, als Stress noch für drohende Todesgefahr stand. Unser Körper schüttet bei Stress spezielle Hormone (Adrenalin, Cortisol, Insulin,…) aus, damit die wiederum Energie freisetzen, die uns Kraft gibt, zu flüchten. Heute müssen wir in den seltensten Fällen flüchten, haben dafür aber nicht weniger Stress, ganz im Gegenteil, oft ist er chronisch, also permanten vorhanden und wir futtern um diesen zu kompensieren. Ein guter Ausgleich dafür ist moderater Sport, also kein Hochleistungsrennen, sondern leichtes Joggen, Yoga oder Pilates, Tanzen gehen oder mit dem Liebsten oder dem Hund oder beidem ne Runde im Park Spazieren.

8. Ballaststoffe sind zum Beispiel in Gemüse und Vollkornprodukten enthalten und erhöhen den Blutzuckerspiegel nur moderat, also schön gleichmäßig, anstatt ihn urplötzlich in die Höhe schnellen zu lassen. Wir essen nicht nur aus Genuß, sondern, damit unser Körper mit Energie versorgt wird. Ist diese Energie, die Glucose, aber zu schnell und zu reichhaltig verfügbar, weil wir nur Weißmehlprodukte und Zuckerzeug essen, schüttet unsere Bauchspeicheldrüse sehr viel Insulin auf einmal aus. Insulin ist lebensnotwenig, denn dieses Hormon sorgt dafür, dass die Glucose in unsere Zellen gelangt. Insulin ist aber auch sehr fleissig. Das heißt, ist viel Insulin im Blut, verlangt dieses weiterhin nach Glucose. Wir haben weiterhin Appetit, essen munter weiter und es wird immer mehr Insulin ausgeschüttet, um die ganze Glucose in die Zellen zu transportieren. Bei einer ballaststoffreichen Ernährung braucht der Körper wesentlich länger, um die Glucose aus den Lebensmitteln zu gewinnen. Also gelangt auch nicht zuviel Insulin auf einmal ins Blut und wir verspüren schneller ein Sättigungefühl. Gutes, gründliche Kauen unterstützt den Prozeß noch besser und verhindert, durch eine bessere Verdauung, zusätzlich noch unangenehme Blähungen.

9. So banal es klingt, aber ausreichend Schlafen hilft angeblich auch, schlank zu bleiben. Mal abgesehen davon, dass man während des Schlafens nicht futtern kann, hat man herausgefunden, dass Menschen mit Schlafstörungen oder Frühschicht öfter zu Übergewicht neigen. Dafür verantwortlich ist unter anderem das Hormon Grehlin, welches Appetit und Sättigungsgefühl steuert, weil es die Kommunikation zwischen Magen und Gehirn lenkt, und welches bei Kurzschläfern deutlich höher sein soll, als bei Lang- und Tiefschläfern.

10. Noch banaler als Schlafen ist tatsächlich, bei Heißhunger einfach mal ein Glas Wasser zu trinken. Oft ist es nämlich garnicht der Hunger, den wir da spüren, sondern den Durst. Außerdem lohnt es sich, einfach mal eine halbe Stunde zu warten, bevor man zum Naschzeug greift. Oft verfliegt die Lust darauf von alleine, weil man sie schlicht und ergreifend vergißt.

11. Wesentlich leckerer als nur Wasser zu trinken, aber ebenfalls ein gutes Hilfsmittel gegen Heißhunger sind spezielle Tees wie Mate oder Pu-Erh Tee. Beide sollen den Stoffwechsel ankurbeln, vermutlich durch das enthaltene Koffein, bzw. Teein und den Blutzucker regulieren. Eine Garantie gibt es nicht. Vielmehr kann man sich aber darauf verlassen, dass mehr trinken grundsätzlich sinnvoll ist, wenn es ums Naschen geht. Nur aufgrund des Koffeingehaltes sollte man es nicht übertreiben.

12. Und zu guter Letzt noch ein Tipp für alle, die gerne mal abends vor dem Fernseher ne Tüte Chips wegfuttern. Kann man natürlich machen. Wer das nicht mehr möchte, dem hilft – Zähneputzen. Zum einen reduziert die Minze in der Zahnpasta den Appetit und wer sich schon die Beißerchen poliert hat, greift auch nicht mehr in die Chipstüte. Weil, sonst müsste man sich die Zähne ja nochmal putzen.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren!

Author Ruth Moschner

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