Verdauungskarneval durch Hülsenfrüchte?

By 29. November 2018Einfach gut

Ich liebe Hülsenfrüchte! Sie liefern komplexe Kohlenhydrate, Mineralstoffe und vor allem viel pflanzliches Eiweiß. Doch immer wieder sprechen mich Leute darauf an, dass Linsen, Kichererbsen und Co. doch fiese Blähungen verursachen würden. Nach dem Motto: jedes Böhnchen gibt ein Tönchen… unangenehm, was? Das muss aber nicht sein.


Vorab sei gesagt, natürlich gibt es Menschen, die grundsätzlich keine Hülsenfrüchte vertragen. Das kann an der Zusammensetzung der Darmflora liegen, aber natürlich auch an anderen Faktoren, wie zum Beispiel Intoleranzen von Fruktose oder Laktose. Für alle anderen gilt: es gibt eine einfache und gute Lösung, die tollen Samen verträglich zu machen. Hülsenfrüchte sind im Grunde nichts anderes als Pflanzensamen. Das bedeutet, natürlich möchte die Pflanze zum einen, dass sie gegessen werden, um den Samen zu verteilen, aber natürlich von sovielen Lebewesen wie möglich. Sie enthält sogenannte sekundäre Pflanzenstoffe, Enzyminhibitoren und vieles mehr, welche in Maßen genossen nichts ausmachen, in großer Menge aber wie ein Feind im Körper Bauchweh verursachen und sogar verhindern können, dass Mineralstoffe und Vitamine nicht aufgenommen werden können. Nun könnte man also seine Bohnensuppe ordentlich mit Fenchel, Kardamom, Minze, Anis und Co. würzen, um die Darmbewegung zu entkrampfen und somit schon mal für eine schnellere Erleichterung der unbequemen Lüftchen sorgen. Wesentlich sinnvoller ist es jedoch, die Hülsenfrüchte ankeimen zu lassen. Das bedeutet, ich weiche Linsen, Kichererbsen, Bohnen, aber auch Quinoa, Buchweizen oder Hirse über Nacht in reichlich Wasser ein. Durch das Einweichen fängt der Samen an zu keimen. Je mehr dieser Vorgang fortschreitet, desto mehr der sekundären Feindeabwehr wird abgebaut. Heißt, je gemüsiger, desto besser verdaulich und als extra Bonus enthält Angekeimtes sogar noch mehr Mineralstoffe und Vitamine. Ihr könnt den Keimvorgang nochmal extra beschleunigen, wenn ihr etwas Natron ins Keimwasser gebt. Nach dem Einweichen wird das weasser weggegossen und alles wie gewohnt gekocht, wobei sich hier die Garzeit enorm verkürzt. Also, win-win-win auf alen Ebenen. Mehr gute Inhaltsstoffe, keine fiesen Verdauungsprobleme und weniger Zeitaufwand beim eigentlichen Kochen gibt’s noch gratis obendrauf.

Author Ruth Moschner

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